Rosenblüte auf Augenhöhe: Kaskadenrosen

Prachtvolle Kaskadenrose in Giverny unterpflanzt mit Nachtviolen, Iris und Pfingstrosen

Kaskadadenrosen sind hochstämmig und entwickeln große Kronen mit langen, biegsamen Trieben. Hier eine Auswahl guter Sorten und Tipps zur Pflege.

Rosenveredelungen auf 140 cm hohen Stämmen werden Kaskadenrosen genannt. Sie entwickeln sich im Laufe der Jahre zu imposanten „Rosenbäumchen“ und sind wahre Hingucker im sommerlichen Garten, wenn sich hunderte von Blüten gleichzeitig öffnen. Die langlebigen Rosenstämme lassen sich sehr gut mit Frühlingsblühern und sommerblühenden Stauden unterpflanzen. So entstehen dauerhafte Beetgestaltungen.

Rankgerüst ist ratsam

Zur Auswahl stehen im Kaskadensortiment der Rosenbaumschulen einmalblühende Sorten wie ‘Raubritter‘ oder öfterblühende Sorten (remontierend) wie ‘Apfelblüte‘.  Die meisten Sorten entwickeln 1 bis 1,5 Meter breite Kronen und haben einen schleppenartigen Wuchscharakter. Besonders bei Sorten mit biegsamen Trieben (zum Beispiel ‘Guirlande d’Amour‘ und ‘Super Dorothy‘) gilt es, ein stabiles Rankgerüst als Stütze auszuwählen. Sie wird direkt beim Pflanzen ins Pflanzloch gestellt. Denn der Winddruck während eines Gewitters im Sommer bei voller Rosenblüte kann eine ungeschützte Kaskadenkrone leicht zerbrechen. Unbedingt empfehlenswert ist hier der Rosenschirm Giverny von Classic Garden Elements. Den Rosenschirm gibt es auch in einer Ausführung mit seitlicher Öffnung, die nachträglich um ältere Stämme aufgebaut werden kann!

Bis März pflanzen

Die beste Pflanzzeit für Kaskadenrosen sind die Wintermonate bis März. Sie können dann wurzelnackt gepflanzt werden oder ab April auch als Containerpflanze. Wobei wurzelnackte Pflanzware viele Vorteile hat: Sie ist kostengünstiger, leichter zu versenden und bequemer zu pflanzen. Da Rosen einen kalkhaltigen, tonigen Boden bevorzugen, empfiehlt es sich fast immer, das 60 cm tiefe Pflanzloch mit etwa 20 Liter verrottetem Kompost und Bentonitmehl (NEUDORFFS Sandbodenverbesserer) aufzuwerten. Alternativ kann die Pflanzgrube auch mit Rosenerde aufgefüllt werden.

Kaskadenrosen schneiden

Im März und im Sommer nach der Blüte werden die öfterblühenden Kaskadenrosen geschnitten. Bei jungen Rosenstämmen wird in den ersten zwei bis drei Jahren nur wenig geschnitten, lediglich kranke und erfrorene Triebe werden beim Frühjahrsschnitt komplett entfernt. Zudem werden verblühte und dünne Zweige bis auf „bleistiftstarkes Holz“ im März zurückgeschnitten. Ab dem 4. Jahr werden sie dann zusätzlich ausgelichtet. Dabei kann das Kronenvolumen auf ein Drittel zurückgeschnitten werden. Einzelne, alte Triebe können bis zur Veredelungsstelle entfernt werden, damit das Grundgerüst der Rosenkrone aus kräftigen jüngeren Zweige besteht. Die dünnen Seitentriebe werden wiederum auf zwei bis drei Augen eingekürzt. Ungeschnittene Kaskadenrosen erleiden schnell Windbruch und das ältere Rosenholz ist nicht mehr so blühwillig. Alle verbleibenden Triebe werden im Anschluss der Schnittarbeiten wieder an das Gestell des Rosenschirms angebunden. Dazu können Triebe, die oft in alle Himmelsrichtungen wachsen, schön geordnet wieder nach unten gebunden werden. Durch das waagerechte Anbinden wird der Blütenreichtum gefördert. Es kann auch mal ein junger Ast von rechts nach links gebunden werden, um ein optische Lücke zu füllen. Zum Anbinden eignet sich Kunststoff-Hohlschnur, da sie nicht einschneidet und mit großer Elastizität auch viele Jahre hält.

Einmalblühende Kaskadenrosen werden unmittelbar nach der Blüte im Juli bis Anfang August geschnitten. Die Schnittmethode ist dem Schnitt der öfterblühenden Sorten sehr ähnlich. Lediglich das Anbinden der Triebe erfolgt nach Laubfall erst im Winter.

Zur Sortenwahl

Wie bei allen Rosen sollte bei der Auswahl einer Kaskadenrose das Hauptaugenmerk auf die Pflanzengesundheit und die Frostfestigkeit gelegt werden. Leider werden immer noch pilzanfällige Sorten wie ‘Schneewittchen‘ angeboten. Auch gibt es Sorten im Handel mit sparrigen, aufrechten Wuchs wie ‘Westerland‘, die sich als Kaskadenrose nicht so gut eignen, denn die schönsten Kaskadenstämme entwickeln sich aus Rosensorten mit biegsamen Trieben! Die meisten dieser Sorten entfalten kleinere Blüten, eine Ausnahme ist die pinkfarbene ‘Laguna‘ mit 8 cm großen Blüten. Und mit der Sorte ‘Jasmina‘ gibt es sogar eine hervorragende Duftrose im Sortiment der Kaskadenrosen. Ihre 5-6 cm großen Blüten besitzen ausgesprochen starke, fruchtige Duftnoten. Bei einigen Rosenzüchtern werden die Kaskadenrosen auch als Trauerstämme bezeichnet.

Prachtvolle weisse Kasakadenrose im Garten von The Lenches, Eckington, Worcester

Auswahl empfehlenswerte Kaskadenrosen

SorteEigenschaftenZüchter, Zuchtjahr
Apfelblüteweiß, ungefüllt, öfterblühendNoack, 1990
Ghislaine de Feligondeapricot-rosa, gefüllt, duftend, öfterblühendTurbat, 1916
Guirlande d´Amourweiß, halbgefüllt, duftend, öfterblühendLuis Lens, 1993
Hellaweiß, halbgefüllt, öfterblühendKordes, 2009
Hermann Schmidtkarmesinrot, halbgefüllt, duftend, öfterblühendHetzel, 1986
Jasminaviolett-rosa, gefüllt, stark duftend,  öfterblühendKordes, 2005
Lagunapink, gefüllt, öfterblühendKordes, 2004
Mozartrosa, ungefüllt, öfterblühendLambert, 1937
Perennial Blueviolett-purpur, halbgefüllt, öfterblühendMehring, 2003
Raubritterseidig-rosa, kugelförmig, einmalblühendKordes 1936
Super Excelsakarminrot-pink, gefüllt, öfterblühendHetzel, 1986
Super Dorothy
rosa, gefüllt, öfterblühendHetzel, 1986