Clematis im September pflanzen? So blüht es jetzt noch

Clematis im September pflanzen

Clematis und Herbstastern erobern Metall-Obelisken

Das elegante Farbspiel aus feuerverzinktem anthrazitfarbenem Schmiedeeisen und tiefen Purpur-, Violett- und Gelbtönen schenkt dem Herbstgarten eine unvergleichliche Tiefe. Die Zeit der blühenden Vertikalen ist im September längst noch nicht vorbei. Nutzen Sie bereits das volle Potenzial der späten Saison? Viele Gartenliebhaber glauben fälschlicherweise, dass eine Herbstpflanzung erst im Folgejahr ihre Pracht entfaltet. Ein Irrtum. Im Fachhandel gekaufte Containerpflanzen wie spätblühende Clematis und Herbstastern stehen im September im Knospenansatz bereits in Blüte. Setzen Sie diese jetzt an ihren Metall-Obelisken, entsteht sofort ein herbstlicher Blüten-Blickfang. Bringen Sie mit unseren Herbst-Arrangements sowie unseren Tipps und Tricks Ihr grünes Refugium nochmals zum Leuchten. Das Besondere daran? Sie haben noch diesen Herbst Ihre Freude an der Neugestaltung und im nächsten Jahr dürfen Sie sich auf ein fulminantes Blütenspiel im Sommer freuen.

Clematis neben Rosen Pflanzen


Clematis im September pflanzen? So blüht es jetzt noch

Während die großblumigen Hybriden des Frühsommers verblassen, schlägt im Herbst die Stunde der italienischen Waldreben (Clematis viticella) und der Gold-Clematis (Clematis tangutica). Auf einen Blick die wichtigsten Aspekte für die Herbst-Pflanzung:

• Pflanzpartner wählen: Spätblühende Clematis-Arten werden gezielt mit aufrechten Herbstastern am Fuß der Rankhilfe kombiniert.

• Farbkontraste planen: Dunkle Purpur- und warme Goldtöne sind optisch ein strahlender Kontrast zu dem kühlen Anthrazit der Metall-Obelisken.

• Gartenentwicklung im Herbst bedenken: Feuerverzinkte Spaliere und Rankhilfen avancieren nach dem Laubabfall selbst zur winterfesten Struktur.

• Herbstgarten im September gestalten: Der Herbst ist die optimale Pflanzzeit für staudige Begleiter und Kletterkünstler, damit sie vor dem Frost gut einwurzeln können.

Zwei Pflanzkübeln 'Belgian Circle' mit Clematis rechts und links von halbrundem 'Tiber' Wandbrunnen


Blauer Clematis-Traum im Spätsommer am Obelisk oder im Kübel

Bis in den Oktober hinein tanzen die mittelblauen Blüten der Clematis ‚Arabella‘ filigran an den Metallstreben empor. Ihre Triebe sind nicht selbstständig kletternd und müssen deshalb locker an den Metallstreben befestigt werden. Als herbstlicher Kontrastpartner bietet sich das Purpurglöckchen (Heuchera ‚Palace Purple‘) mit seinen tiefroten Blättern an. Zusammen mit rosafarbenen oder weißen Kissenastern (Aster dumosus) wird die Basis umschmeichelt und der Wurzelbereich beschattet. Die Begleitpflanzung schafft einen harmonischen Übergang zum Metall.

Dieser Pflanzvorschlag ist ideal für unsere kleineren Metall-Obelisken mit einer Höhe von 1,50 bis 2,00 Metern wie auch für unsere großen Metall-Pflanzkübel mit Rankhilfe.

Clematis-am-Rosenpavillon-aus-Metall


Goldener Herbstzauber am Pavillon oder Rosenbogen

Die Clematis ‚Bill MacKenzie’ ist ein wüchsiger Kletterkünstler, der den Pavillon bis in den Oktober hinein mit gelben Glöckchen und später mit puscheligen Samenständen umgarnt. Als begleitende Basis bietet sich die hohe Raublatt-Aster ‚Aster novae-angliae‘ an. Ihre karminroten oder violetten Blütenstände füllen den unteren Bereich bis etwa 80 Zentimeter Höhe auf. Federgras ‚Stipa tenuissima‘ bringt mit zarten Halmen, die das tiefe Herbstlicht gut einfangen, optische Leichtigkeit an den Fuß der Rankhilfe.

Ideale Herbstbepflanzung für unsere Metall Rosen-Pavillons und sehr stabilen Eisen-Rosenbögen mit einer Höhe von 2,00 bis 2,50 Metern.

Welche Clematis-Sorten blühen bis in den Herbst hinein?

Da ist zum einen die Clematis-Viticella-Gruppe (Italienische Waldrebe) zu nennen, deren Sorten überwiegend im Sommer und bis in den Herbst hinein reich blühen. Viele von ihnen gelten als vergleichsweise robust gegenüber der Clematis-Welke:

• ‚Alba Luxurians‘: Weiße Blüten mit markanten grünen Spitzen.
• ‚Etoile Violette`: Clematis-Klassiker mit tief samtvioletten Blüten und gelben Staubgefäßen.
• ‚Madame Julia Correvon‘: Dauerblühler mit leuchtend magenta- bis kaminroten Blüten.
• ‚Prince Charles‘: Sehr kompakt mit hellblauen bis malvenfarbenen Blüten.
• ‚Purpurea Plena Elegans’: Altrosa bis purpurrote gefüllte Blüten.
• ‚Venosa Violacea`: Zweifarbig mit weißer Mitte und violetter Aderung.

Die zweite botanische Art nennt sich Clematis-Tangutica-Gruppe (Gold-Clematis/ Orientalische Waldrebe). Diese Waldreben brillieren von Hochsommer bis Herbst mit glockenförmigen Blüten. Besonders dekorativ sind die silbrig-puscheligen Samenständen im Winter.

• ‚Aureolin‘: zitronengelbe, zarte Glockenblüten mit buschigem Wuchs.
• ‚Bill MacKenzie‘: Wüchsiger Clematis-Klassiker mit leuchtend gelben Blütenglöckchen sehr ausdauernd von Juni bis Oktober.
• ‚Golden Tiara‘: Große, tiefgelbe, weitgeöffnete Blüten mit auffälligen Staubgefäßen. Die Sorte kann bis zu 3 Meter Höhe erreichen.
• ‚Helios‘: Reichblühend mit nickenden, gelben Blüten.
• ‚Radar Love‘: Schnellwachsend und starkblühend mit goldgelben Blüten.

Viktorianische Rosenlaube von Classic Garden Elements mit Kletterrose, Clematis und Katzenminze


Praxis-Guide: Spätblühende Kletterpflanzen im September richtig pflanzen

Um der gefürchteten Pilzkrankheit Clematis-Welke vorzubeugen, ist die Pflanzloch-Vorbereitung extrem wichtig, wie auch die weiteren aufgeführten Punkte. Heben Sie das Pflanzloch mit genügend Abstand zum Fundament des Obelisken entfernt aus. Für viele Clematis der Viticella- und Tangutica-Gruppe ist es ideal, die Wurzelballen etwa 5 bis 8 Zentimeter tiefer zu setzen, als zuvor im Topf. So können neue Triebe aus dem unteren Bereich entstehen. Es ist wichtig, den Fuß zu schattieren. Clematis lieben einen kühlen Fuß und einen „heißen Kopf“. Niedrige Stauden oder Herbstastern direkt vor der Basis des Obelisken sind nicht nur schön anzusehen. Sie beschatten den empfindlichen Wurzelbereich der Waldreben und schützen den Boden vor übermäßiger Austrocknung. Um die Triebe sanft zu leiten, eignen sich weiche, witterungsbeständige Bindematerialien wie Bast. Werden die Clematistriebe sanft um die Streben der Rankhilfen geführt, ist das filigrane Blütenmeer gut vor dem Verwehen bei Herbststürmen geschützt.

Expertentipp von Johannes Dietrich: „Pflanzen Sie Waldreben im Spätsommer, legen Sie das Fundament für jahrelange Blütenpracht. Bei Viticella- und Tangutica-Clematis gibt es beim Thema Bodenfeuchtigkeit ein klares Gesetz: Nasse Füße im gefrierenden Winterboden sind die Todesursache Nummer eins für Clematiswurzeln. Bei schweren, zu Staunässe neigenden Böden, empfehle ich die Pflanzstelle gut durchlässig vorzubereiten. Je nach Boden können strukturstabile mineralische Materialien wie Bims als Zugabe erforderlich sein. Im Pflanzkübel sind große Ablauflöcher und eine 3 bis 5 Zentimeter hohe Schicht aus Blähton oder Kieselsteinen darüber sinnvoll. Mit Vlies abgedeckt, verhindern Sie das Verstopfen der Abzüge. Generell ist wichtig, dass überschüssiges Regen- und Gießwasser zügig abfließen kann.

Clematis rehderiana erobert die Viktorianische Laube von Classic Garden Elements im Kreislehrgarten Steinfurt


Zwei wichtige Fragen zum Clematis-Herbstzauber

Ist der September nicht zu spät, um Kletterpflanzen zu setzen?

Keineswegs. Der frühe Herbst ist für viele Containerpflanzen eine sehr gute Pflanzzeit. Der noch durchwärmte Boden sorgt für eine schnelle Wurzelbildung vor dem Winter. Im Frühjahr können die Pflanzen sofort ohne Verzögerung durchstarten.

Werden spätblühende Clematis direkt nach dem Pflanzen im Herbst zurückgeschnitten?

Nein. Sie können mit ruhigem Gewissen die Blüten sowie bei vielen Tangutica-Clematis die hochdekorativen, silbrigen Samenstände über den gesamten Winter an der Pflanze belassen. Der Rückschnitt der spätblühenden Viticella- und Tangutica-Gruppen (Rückschnittgruppe 3) erfolgt im Februar/März auf das unterste gesunde Knospenpaar. Dies entspricht in der Regel etwa 15 bis 30 Zentimeter über dem Boden.

Noch ein Tipp zum Schluss: Es lohnt sich, in hochwertige Rankhilfen aus Metall zu investieren. Viele Gartenbesitzer unterschätzen die visuelle Kraft, die von der reinen Struktur ausgeht. Fällt im Spätherbst das Laub und die Stauden weichen zurück, zeigt sich die puristische Gartenarchitektur. Ein feuerverzinkter, pulverbeschichteter Metall-Obelisk oder ein massives Wandgitter etablieren sich dann als eigenständiges Kunstwerk. Kleben Raureif oder Nebeltropfen auf dem dunklen Schmiedeeisen, wird die Eleganz des Objekts noch zusätzlich betont.